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Der vernetzte Autofahrer - So denken deutsche Kfz-Halter über Telematikservices

Presseinformation 02. April 2014

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Kfz-Telematik ist in vielen Ländern bereits weit verbreitet, beispielsweise in den USA, Großbritannien und Irland. Die positiven Effekte dort können sich sehen lassen: Unter den Telematiknutzern ging die Zahl der Unfälle um bis zu 40 Prozent zurück. Den allermeisten deutschen Autofahrern ist die Technik noch fremd. Doch immerhin sieben Prozent von ihnen zeichnen bereits mit Hilfe von Zusatzgeräten Daten zu ihrem Fahrverhalten auf. Das zeigt eine repräsentative Studie des Beratungshauses hnw consulting, für die mehr als 1.000 Autofahrer in Deutschland befragt wurden. Und seit Januar 2014 bietet die S-Direkt als erste deutsche Assekuranz einen individuellen Telematiktarif an. Die Höhe der Prämie ist dabei abhängig vom Fahrverhalten des Versicherten: Wer sicher fährt, zahlt weniger. Um das zu kontrollieren, zeichnen spezielle Geräte im Auto Daten zu Geschwindigkeit, Brems- und Spurverhalten auf.

Auch die Nichtnutzer sehen viele Vorteile

Größter Vorteil des vernetzten Autos, auch aus Sicht der Nichtnutzer, ist der Zugewinn an Sicherheit. 90 Prozent von ihnen finden es wichtig, dass der Pkw bei Diebstahl leichter geortet werden kann oder Störungen leichter erkannt werden können. Fast ebenso viele sehen einen Vorteil darin, dass die Ortung eine schnellere Unfallversorgung ermöglicht. Für 78 Prozent sind Zusatzinformationen während der Fahrt ein Argument für Telematikdienste, zum Beispiel über Benzinpreise nahe gelegener Tankstellen. 58 Prozent finden es außerdem wichtig, dank Telematik den Versicherungsbeitrag senken zu können.

Versicherer klären zu wenig über Telematik auf

In einer zweiten Studie, die der Bundesverband BITKOM in Auftrag gab, fand das Meinungsforschungsunternehmen Aris heraus, dass derzeit nur 11 Prozent der deutschen Versicherungsnehmer einen Wechsel in das neue Tarifmodell planen. Hauptgründe für die Zurückhaltung sind laut der BITKOM-Studie die komplizierte Tarifgestaltung und zu wenig Informationen über die neue Technik. „Das zeigt, dass Assekuranzen das Thema derzeit noch zu wenig besetzen, obwohl die Kunden dafür durchaus offen sind“, sagt Jürgen Wulf, Studienleiter und Partner bei hnw consulting. „Für Versicherer steckt darin in jedem Fall Potenzial. Um es auszuschöpfen, müssen sie jedoch noch viel Aufklärungsarbeit leisten.“

Die Studie von hnw consulting legt diesen Schluss ebenfalls nahe. Denn dort wurde gefragt, wer für die Auswertung der Daten am ehesten in Frage käme. Die Autohersteller liegen in diesem Punkt mit 29 Prozent vorne, gefolgt von Kfz-Werkstätten und Automobilclubs. Nur vier Prozent der Befragten entscheiden sich für die Versicherer. Hier gibt es offenbar ein Informations- oder sogar Vertrauensdefizit.

Mercedes-Fahrer würden am ehesten Daten preisgeben

Für Autohersteller wie Versicherer ist zudem wichtig zu wissen, welche Kundengruppen an Telematikservices besonders interessiert sind. Wie die hnw-Studie zeigt, sind vor allem Mercedes-Besitzer zur Weitergabe von Daten bereit – egal, ob es nur um technische Informationen zum Erkennen von Störungen geht, oder um Daten zum Fahrverhalten.

Die gegenwärtige Diskussion um die Hoheit über die Telematik-Daten zwischen Autoindustrie einerseits sowie Verbraucherschützern, Versicherern und Wissenschaftlern andererseits umfasst nun neben Personen- und Fahrzeugschutz vor allem den Datenschutz.

„Versicherer wie Autohersteller sollten dies als Chance begreifen und ihren Kunden genau erklären, welche Vorteile sich ergeben können und was mit ihren Daten geschieht.“ sagt Jürgen Wulf.

Zur Studie

Die Studie "Telematik-Services aus der Sicht des Fahrzeughalters" stellt die Ergebnisse einer repräsentativen Online-Befragung unter deutschen Kfz-Haltern im Auftrag von hnw consulting dar. Wissenschaftlicher Kooperationspartner der Studie ist das IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung. Erhebungszeitraum: 31. Oktober bis 8. November 2013.

von Jürgen Wulf, Partner in der hnw consulting GmbH

 



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Bill Gates (*1955), US-amerikanischer Unternehmer, Programmierer und Mäzen,Mitgründer von Microsoft

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